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Schullogo

Willi-Graf-Realschule
Artikel im Kölner Stadtanzeiger vom 29.03.2003 


Sternmarsch der Schüler

VON JOHANNES BÜHL, 29.03.03, 07:02h

Die Initiatoren riefen auf zu Toleranz, Gewaltfreiheit und Widerstand gegen Kriegsvorbereitungen.Euskirchen - Mit einem Sternmarsch und einer Kundgebung auf dem Alten Markt demonstrierten gestern Hunderte Schülerinnen und Schüler für den Frieden. Die Teilnehmerzahl war schwer zu überblicken. Der Pressesprecher der Euskirchener Polizei, Andreas Blum, sprach von „bis zu tausend Demonstranten“.
Längst nicht alle jungen Leute, die sich am Vormittag von ihrer jeweiligen Schule aus zum Marktplatz aufgemacht hatten, kamen dort auch an. Manch einer verließ den Demonstrationszug unterwegs - offenbar, weil er es vorzog, früher als gewohnt das Wochenende einzuläuten, anstatt öffentlich ein Zeichen zu setzen gegen den Krieg im Irak.
Die Veranstaltung ging zurück auf eine Initiative der Schülervertretung des Emil-Fischer-Gymnasiums. Schülersprecher Arne Loewenich und seine Mitstreiter hatten gemeinsam mit der Schülervertretung des Gymnasiums Marienschule Kontakt zu allen weiterführenden Schulen der Kreisstadt aufgenommen. Das Gros der Teilnehmer kam von den beiden Gymnasien sowie von der Willi-Graf-Realschule.
Auch rund 120 Neunt- und Zehntklässler der Kaplan-Kellermann-Realschule hatten sich mit Hilfe ihrer Eltern vom Unterricht befreien lassen, wie Schulleiter Wolfgang Mohr sagte. Das Einverständnis der Erziehungsberechtigten musste bei allen Schülern vorliegen, die noch nicht volljährig sind. „Jeder Einzelne, auch die Volljährigen, musste einen Antrag stellen“, sagte „Emil“-Chefin Alexandra Dreiseidler. Sie habe ihren Schülern keineswegs generell freigegeben. Etwa ein Drittel der Schüler habe Unterricht gehabt.
Arne Loewenich und Stefan Bröhl, der Schülersprecher der Marienschule, hatten die Gelegenheit erhalten, am Alten Markt vom Balkon eines Privathauses aus zu den Demonstranten zu sprechen. Allerdings schafften sie es auch mit Mikrofon und Lautsprecher nicht, alle Schüler zum Zuhören zu bewegen. Es war recht unruhig, als die beiden Gymnasiasten Texte vortrugen, darunter eine Abwandlung von Wolfgang Borcherts Gedicht „Dann gibt es nur eins“, dessen Strophen stets in der Forderung münden: „Sag nein!“
Bevor das Lied „We shall overcome“ erklang, riefen die Redner zu Toleranz und Gewaltfreiheit auf. Der Tenor lautete: „Wir reichen uns die Hände und leben den Herrschern dieser Welt unseren Frieden vor.“ Arne Loewenich hatte im Vorfeld betont: „Wir Schüler möchten unserer Hilflosigkeit Ausdruck verleihen. Wir möchten für den Frieden und für die Opfer des Krieges auf die Straße gehen und nicht gegen irgendjemanden.“
Einige der Demonstranten sahen die Sache anders. Sie machten mit ihren Transparenten klar, wen sie für die Friedensbrecher halten. So las man Sprüche wie „Die Welt ist kein Rumsfeld“ und „Stoppt das Bush-Feuer“, ebenso die schnoddrig-freundliche Aufforderung: „Hi, George und Saddam. Lasst doch den Scheiß sein. Danke.“

 

 

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