Von Lena Beike
Euskirchen - Mit einer Podiumsveranstaltung stieg der Förderverein
der Willi-Graf- Realschule jetzt ebenfalls in die Diskussion über die
bedrohliche Entwicklung von Gewalt bei Kindern und Jugendlichen ein. Zusammen
mit einem Großteil des Kollegiums und einer ganzen Reihe engagierter
Eltern hatten sich Schulleiter Helge Biethahn, der Vorsitzende des
Fördervereins, Hans-Jürgen Schlicht, und ein betroffener Schüler
am Montag abend in der Turnhalle der Schule zusammengesetzt. Als
Podiumsgäste begrüßten die Veranstalter Sigrid
Arabin-Möhrer von der Beratungsstelle der Polizei, Alois Hermes vom
Euskirchener Jugendamt, den Fahrdienstleiter der RVK, Theo Heinen und einen
Busfahrer der RVK.
Das Thema Gewalt, das mittlerweile täglich Stoff für Schlagzeilen
liefert, rücke nicht mir im Schulalltag immer mehr in den Vordergrund.
Auch im Freizeitbereich würden Kinder und Jugendliche immer stärker
mit Gewalt konfrontiert Lind belastet, eröffnete der Diskussionsleiter
Michael Schwarz den Abend. David Gielsdorf ein betroffener Schüler.
unterstrich diese Feststellung indem er über seine eigenen
Gewalt-Erfahrungen an der Schule berichtete.
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Seine Schilderungen führten bei den Podiumsgästen relativ schnell
zur Ursachenforschung im Hinblick auf das aggressive Verhaltens bei Kindern.
Jugendamtsvertreter Alois Hermes führte neben den vielfältigen
Problemen gewalttätiger Jugendlicher im Elternhaus vor allem den
täglichen Streß auf dem Weg zur Schule als Mitauslöser für
Gewalttaten an.
Volle Klassen
"Wir stecken unsere Kinder bereits am frühen Morgen in mit über
100 Schülern völlig überlastete Busse. Jeder Tierschützer
würde auf die Barrikaden gehen, wenn Vieh so transportiert würde."
sagte er. Schon während der morgendlichen Busfahrt gebe es häufig
Rangeleien. Danach kämen die Kinder auch noch in viel zu volle Klassen.
"Die Schulhöfe bieten an den meisten Schulen viel zu wenig Platz und
keinerlei Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder während
der Pausen", ergänzte Hermes.
Den Werteverlust und die hohe Gewaltbereitschaft habe sich die heutige
Gesellschaft selbst zuzuschreiben, klagt,: ein Vater aus dem Publikum. Eltern
nähmen ihre Erziehungsaufgabe häufig nicht mehr wahr.
Dazu kämen fehlende Konsequenzen für das Fehlverhalten von |
MIT EINER
Podiumsdiskussion stieg der
Förderverein der Willi-Graf-Real-schule jetzt auch in die Thematik
"Gewalt bei Kindern und Ju-
gendlichen" ein.
(Bild: Lena Beike)
Heranwachsenden, denn Schulen, Jugendämter und Jugendgerichtsstellen
seien durch mangelnde Sanktionsmöglichkeiten häufig die Hände
gebunden.
Während der Podiumsdiskussion, die der Förderverein der Schule
als erste Veranstaltung zum Thema Gewalt anbot, sammelten die Verantwortlichen
mit den teilnehmenden Eltern, Lehrern und Gästen Ideen und
Überlegungen zum weiteren Vorgehen.
Neben einem von Eltern und Lehrern geforderten sozialen Dienst im Schulbereich
hat sich bereits der Lehrerarbeitskreis "Gewalt an Schulen"- gebildet.
Darüber hinaus will sich der Förderverein mit weiteren Veranstaltungen
an die Eltern und Schüler wenden. Auch eine Projektwoche zum Thema ist
geplant. Ein wichtiges Ziel sehen die Verantwortlichen in einer verstärkten
Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern. |