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Willi-Graf-Realschule
Artikel im Kölner Stadtanzeiger vom 19.5.99

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Diskussionsabend

Schon im Schulbus gibt es die erste Rangelei

Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen steigt - Zusammenarbeit von Lehrern und Eltern

Von Lena Beike
Euskirchen - Mit einer Podiumsveranstaltung stieg der Förderverein der Willi-Graf- Realschule jetzt ebenfalls in die Diskussion über die bedrohliche Entwicklung von Gewalt bei Kindern und Jugendlichen ein. Zusammen mit einem Großteil des Kollegiums und einer ganzen Reihe engagierter Eltern hatten sich Schulleiter Helge Biethahn, der Vorsitzende des Fördervereins, Hans-Jürgen Schlicht, und ein betroffener Schüler am Montag abend in der Turnhalle der Schule zusammengesetzt. Als Podiumsgäste begrüßten die Veranstalter Sigrid Arabin-Möhrer von der Beratungsstelle der Polizei, Alois Hermes vom Euskirchener Jugendamt, den Fahrdienstleiter der RVK, Theo Heinen und einen Busfahrer der RVK.
Das Thema Gewalt, das mittlerweile täglich Stoff für Schlagzeilen liefert, rücke nicht mir im Schulalltag immer mehr in den Vordergrund. Auch im Freizeitbereich würden Kinder und Jugendliche immer stärker mit Gewalt konfrontiert Lind belastet, eröffnete der Diskussionsleiter Michael Schwarz den Abend. David Gielsdorf ein betroffener Schüler. unterstrich diese Feststellung indem er über seine eigenen Gewalt-Erfahrungen an der Schule berichtete.

Podiumsdiskussion



Seine Schilderungen führten bei den Podiumsgästen relativ schnell zur Ursachenforschung im Hinblick auf das aggressive Verhaltens bei Kindern. Jugendamtsvertreter Alois Hermes führte neben den vielfältigen Problemen gewalttätiger Jugendlicher im Elternhaus vor allem den täglichen Streß auf dem Weg zur Schule als Mitauslöser für Gewalttaten an.

Volle Klassen

"Wir stecken unsere Kinder bereits am frühen Morgen in mit über 100 Schülern völlig überlastete Busse. Jeder Tierschützer würde auf die Barrikaden gehen, wenn Vieh so transportiert würde." sagte er. Schon während der morgendlichen Busfahrt gebe es häufig Rangeleien. Danach kämen die Kinder auch noch in viel zu volle Klassen. "Die Schulhöfe bieten an den meisten Schulen viel zu wenig Platz und keinerlei Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder während der Pausen", ergänzte Hermes.
Den Werteverlust und die hohe Gewaltbereitschaft habe sich die heutige Gesellschaft selbst zuzuschreiben, klagt,: ein Vater aus dem Publikum. Eltern nähmen ihre Erziehungsaufgabe häufig nicht mehr wahr.
Dazu kämen fehlende Konsequenzen für das Fehlverhalten von

MIT EINER
Podiumsdiskussion stieg der
Förderverein der Willi-Graf-Real-schule jetzt auch in die Thematik
"Gewalt bei Kindern und Ju-
gendlichen" ein.
(Bild: Lena Beike)


Heranwachsenden, denn Schulen, Jugendämter und Jugendgerichtsstellen seien durch mangelnde Sanktionsmöglichkeiten häufig die Hände gebunden.
Während der Podiumsdiskussion, die der Förderverein der Schule als erste Veranstaltung zum Thema Gewalt anbot, sammelten die Verantwortlichen mit den teilnehmenden Eltern, Lehrern und Gästen Ideen und Überlegungen zum weiteren Vorgehen.
Neben einem von Eltern und Lehrern geforderten sozialen Dienst im Schulbereich hat sich bereits der Lehrerarbeitskreis "Gewalt an Schulen"- gebildet. Darüber hinaus will sich der Förderverein mit weiteren Veranstaltungen an die Eltern und Schüler wenden. Auch eine Projektwoche zum Thema ist geplant. Ein wichtiges Ziel sehen die Verantwortlichen in einer verstärkten Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern.


 


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