Willi-Graf Realschule gedachte mit Feier ihrem Namengeber
Schulleiter Biethahn appeliert an Verantwortungsbewusstsein der Schüler
Euskirchen (fr). 25 Jahre sind seit der Umbenennung der ehemaligen
Mädchenschule in die Willi-Graf-Realschule vergangen - ein geeigneter
Anlass für Schulleiter Helge Biethahn, ein Treffen aller sechs
WilliGraf-Schulen in Deutschland auszurichten.
So begrüßte er alle Schülerinnen und Schüler sowie die
Gäste aus Saarbrücken, München, Berlin, Koblenz, St. Ingbert
(Saar) und Willich im Rahmen einer kleinen Feier in der Sporthalle der Schule.
Der Begriff der Gemeinschaft, den Willi Graf seiner Zeit so sehr geprägt
hat, stand im Mittelpunkt der Rede Biethahns und rief allseits zum Nachdenken
auf. So sollten heutzutage "alle ein bisschen Willi-Graf sein", denn in einer
Zeit, in der wieder laut über die Bedrohung von Rechts nachgedacht werden
müsss, sei es wichtiger denn je geworden, Verantwortung zu zeigen und
Geschlossenheit zu demonstrieren.
Es folgten im Anschluss Darbietungen von Schülerinnen und Schülern,
die sich im Unterricht mit der Person und dem Leben Grafs beschäftigt
haben und damit , so Biethahn, "dem Namen von Willi Graf eine gebührende
Ehre erweisen". Warum war es vor 25 Jahren gerechtfertigt, die Schule nach
Willi Graf zu benennen und ihm damit eine Vorbildfunktion zu übertragen?
Die Antwort der Schülerinnen und Schüler fiel kurz aber eindeutig
aus: "Er hatte die gleichen Wünsche und Hoffnungen wie wir." |
Mathilde Baez (1.), Anneliese Knoop-Graf
(Mitte), Schwestern von Willi-Graf,
nahmen an der Feierstunde teil.
Rechts Schulleiter Helge
Biethahn.
Foto: Alexandra Franzen
Anneliese Knoop Graf, die Schwester von
Willi Graf, sie appellierte an die Schüler,
allen Machenschaften gegenüber standfest
zu sein. |
Graf, der 1918 in Kuchenheirn geboren, beteiligte sich im zweiten
Weltkrieg aufgrund seiner tiefen religiösen Überzeugung an den
Aktionen der MünchenerWiderstandsgruppe "Weiße Rose" gegen die
Nazis. Im Februar 1943 wurde er verhaftet, im April zum Tode verurteilt und
im Oktober 1943 hingerichtet. Graf kämpfte aus innerster Überzeugung
gegen Rassismus und Rechtsradikalismus - sein tiefes
Verantwortungsbewußtsein steht deswegen auch heute noch und besonders
in der Zukunft verantwortlich für die Schulgemeinde.
Besonders erfreut und stolz zeigte sich Biethahn über die Anwesenheit
von Anneliese Knoop-Graf und Mathilde Baez, die beiden in Saarbrücken
lebenden Schwestern von Graf. .Willi ist einer von euch" betonte Anneliese
Knoop-Graf in ihrer Ansprache und gab damit den jungen Menschen besonders
Eines mit auf ihren Lebensweg: "Wehrt euch gegen alle Machenschaften, die
von sich sagen, wir sind die Größten und haltet durch". |